Ratgeber
Tapeten-Ratgeber: Arten, Auswahl und Verarbeitung
Tapeten sind zurück – und moderner denn je. Ob risstabile Vliestapete, überstreichbare Raufaser oder großformatige Fototapete: Welche Tapete zu dir passt, hängt vom Raum, deinem Budget und dem gewünschten Look ab. Dieser Ratgeber erklärt dir alle Tapetenarten, hilft bei der Auswahl für jeden Raum und zeigt Schritt für Schritt, wie das Tapezieren gelingt.
Welche Tapetenarten gibt es?
Vliestapete
Der heutige Standard für Designtapeten. Wand einkleistern, Tapete trocken anbringen – ohne Einweichzeit. Risstabil, rückstandslos abziehbar. Ab ca. 4 €/m².
Papiertapete
Der Klassiker und die günstigste Variante. Ökologisch, riesige Mustervielfalt – etwas anspruchsvoller in der Verarbeitung.
Raufasertapete
Holzfasern für dezente Struktur. Mehrfach überstreichbar – ideal für Mietwohnungen und flexible Renovierung.
Vinyltapete
Waschbare Kunststoff-Oberfläche auf Vlies- oder Papierträger. Strapazierfähig für Küche, Bad und Flur.
Textiltapete
Edle Textilfasern wie Leinen oder Seide. Hochwertig und repräsentativ – perfekt fürs Wohnzimmer.
Fototapete
Großformatiges Motiv auf pflegeleichtem Vlies. Von Natur über 3D-Effekte bis abstrakt – ein Statement pro Wand.
Welche Tapete für welchen Raum?
Tippe eine Kategorie an – du siehst passende Tapeten aus unserem Sortiment.
KücheWaschbare Tapeten gegen Fett- und Wasserspritzer.
BadezimmerRobuste, feuchtraumgeeignete Oberflächen – gute Belüftung beachten.
WohnzimmerDesign-Vlies, Fototapete als Akzentwand oder edle Strukturen.
SchlafzimmerRuhige Farben und matte Uni-Strukturen für eine wohnliche Atmosphäre.
KinderzimmerStrapazierfähig, abwaschbar, schadstoffarm – FSC-Zertifizierung beachten.
Flur & TreppenhausHochwasch- und scheuerbeständige Tapeten für stark beanspruchte Zonen.
DeckeLeichte Vliestapeten kaschieren kleine Unebenheiten auch an der Decke.
Vlies, Papier oder Raufaser – der direkte Vergleich
| Kriterium | Vliestapete | Papiertapete | Raufaser |
|---|---|---|---|
| Verarbeitung | sehr einfach (Wand einkleistern) | mittel (einweichen nötig) | mittel |
| Reißfestigkeit | hoch | gering | mittel |
| Design/Muster | riesige Auswahl | riesige Auswahl | keins (überstreichbar) |
| Überstreichbar | nur reines Vlies (ohne Vinyl) | teils | ja, mehrfach |
| Entfernen | rückstandslos abziehbar | aufwändiger | aufwändiger |
| Preis | ab ca. 4 €/m² | günstig | günstig |
| Beste für | Designwände, Selbermacher | kleines Budget | Mietwohnung, Renovierung |
Kurz: Für Designtapeten ist Vlies fast immer die beste Wahl. Papier ist günstig, Raufaser die flexible Lösung für überstreichbare Wände.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Rapport (Musterversatz): Gibt an, wie Muster benachbarter Bahnen zueinander passen. „Ansatzfrei“ = kein Versatz; „versetzter Ansatz“ = mehr Materialbedarf.
- Waschbeständigkeit: von „wischbeständig“ bis „hochwasch- und scheuerbeständig“ – je höher, desto robuster.
- Lichtbeständigkeit: entscheidet, wie farbecht die Tapete bei Sonneneinstrahlung bleibt.
- Materialbedarf berechnen – siehe unten.
Wie viele Rollen brauche ich?
Eine Standardrolle ist 10,05 m lang und 0,53 m breit (≈ 5,3 m²). Der Rechner unten rechnet für ansatzfreie Vliestapeten – auf jeder Produktseite findest du denselben Rechner mit dem Rapport deines gewählten Musters.
- Raumumfang (alle Wände) ÷ 0,53 m = Anzahl benötigter Bahnen (aufrunden)
- Bahnenlänge = Raumhöhe + ca. 10 cm Verschnitt (+ Rapportmaß bei Musterversatz)
- Bahnen pro Rolle = 10,05 m ÷ Bahnenlänge (abrunden)
- Rollen = benötigte Bahnen ÷ Bahnen pro Rolle (aufrunden)
Beispiel (Raum 4 × 5 m, Höhe 2,50 m): Umfang 18 m ÷ 0,53 = 34 Bahnen → 3 Bahnen pro Rolle → 12 Rollen. Tipp: Lieber eine Rolle mehr aus derselben Charge kaufen.
Tapezieren in einfachen Schritten
Am einfachsten gelingt das Tapezieren mit einer Vliestapete im Wandkleister-Verfahren:
- Wand vorbereiten. Alte Tapete entfernen, Risse verspachteln, Wand reinigen und trocknen lassen.
- Bahnen ausmessen und zuschneiden. Raumhöhe plus einige Zentimeter Zugabe; bei Muster den Rapport beachten.
- Kleister direkt auf die Wand auftragen. Gleichmäßig mit Roller oder Bürste, immer etwas breiter als die Bahn.
- Vliestapete trocken aufbringen. Bahn von oben nach unten andrücken und mit dem Tapezierspachtel glattstreichen.
- Überstände abschneiden. Oben und unten sauber abschneiden, Nähte andrücken – fertig.
Du brauchst keine Einweichzeit, keinen Tapeziertisch und keine zwei Helfer. Tipp: Bestelle vorher kostenlose Muster – bei NEWROOM ist der Musterversand für alle Designs gratis.
Häufige Fragen zu Tapeten
Was ist der Unterschied zwischen Vlies- und Papiertapete?
Bei der Vliestapete kleisterst du die Wand ein und bringst die Tapete trocken an – ohne Einweichzeit. Papiertapete wird selbst eingekleistert und muss kurz einweichen. Vlies ist reißfester und einfacher zu verarbeiten.
Welche Tapete ist am einfachsten zu verarbeiten?
Die Vliestapete. Dank Wandkleister-Verfahren gelingt sie auch Anfängern ohne Vorkenntnisse.
Welche Tapete eignet sich für Küche und Bad?
Waschbare Tapeten mit Vinyloberfläche. Sie sind feuchtigkeitsbeständig und lassen sich einfach abwischen.
Kann man Tapeten überstreichen?
Raufaser und reine Vliestapeten ohne Vinyl lassen sich überstreichen. Tapeten mit Vinyl-Decklage nicht.
Wie entferne ich alte Tapeten?
Vliestapeten lassen sich meist trocken und rückstandslos abziehen. Papier- und Raufasertapeten weicht man mit Wasser (ggf. Tapetenlöser) ein und zieht sie dann ab.
Was bedeutet Rapport?
Der Rapport ist der Musterversatz zwischen zwei Bahnen. Er bestimmt, wie viel Verschnitt entsteht und damit deinen Materialbedarf.
Sind Tapeten schadstoffgeprüft?
Achte beim Kauf auf FSC-Zertifizierung und schadstoffgeprüfte Materialien. Bei NEWROOM findest du zahlreiche FSC-zertifizierte Tapeten im Sortiment.